Schwerpunktausbildung Sporttherapie II: Orthopädie – Traumatologie

Medizinische Trainingstherapie
„Die medizinische Trainingstherapie (MTT) ist der Einsatz von Methoden und Elementen aus dem Bereich des sportlichen Trainings zur planmäßigen Rehabilitation und Prävention. Wissenschaftliche Grundlagen sind hierfür die Funktionelle Anatomie, Trainings- und Bewegungslehre, Biomechanik und -kinetik, Physiologie und Pathologie.“ (Hans-Ulrich Nepper) Wesentliche Kernelemente der Medizinischen Trainingstherapie sind hierbei:

- ADL-Analyse (Activity of daily life)
- Patienten-Coaching
- Krafttraining
- Ausdauertraining
- Dehnungs- und Beweglichkeitstraining
- Koordinationstraining

Die MTT ist zum einen ein bedeutsamer Bestandteil der Rehabilitation zur physiologischen Wiederherstellung von Defiziten, die durch Erkrankungen und Verletzungen des Halte- und Bewegungsapparats aufgetreten sind. Zum anderen wird im Sinne der Prävention gezielt Überlastungen und Fehlbelastung vorgebeugt. Basierend auf einer Diagnose wird das indikationsspezifische rehabilitative Training geplant, betreut und gesteuert. Die MTT hat das Ziel, Bewegungsmuster zu optimieren und funktionelle Bewegungsketten zu harmonisieren. Dies ist nur durch ein methodisches und komplexes Training möglich, das stets die alltägliche Belastung des Patienten berücksichtigt. Die Unterrichtsfächer Medizinische Trainingstherapie 2 und 3 thematisieren konkret unterschiedliche orthopädische Indikationen der unteren und oberen Extremitäten, sowie des Rumpfes.

Funktionsdiagnostik
„Wo liegt das Problem? Was tut weh? Wo klemmt´s?“ Nur durch gezielte Anamnese und Differentialdiagnostik ist es möglich, eine effektive Problemanalyse, Trainingsplanung und Trainingsbetreuung durchzuführen. Gezielte Palpation und verschiedene Testverfahren stellen die Grundlagen dar, um Schmerzen, Fehlhaltung und Schonmechanismen erkennen und interpretieren zu können. Die Ursache hierfür kann vielfältiger Natur sein, zum Beispiel Störungen innerhalb Muskulatur, Kapsel-Band-Apparat oder Fasziensystem. Aus diesem Grund werden im Unterrichtsfach Funktionsdiagnostik die für eine manuelle Befunderhebung erforderlichen Techniken vermittelt. Zudem werden Konzepte aufgezeigt, durch die es möglich ist, eine strukturierte Eingangsbefundung durchzuführen und auf Probleme innerhalb der Trainingsbetreuung adäquat zu reagieren. Das sind entscheidende Voraussetzungen, um mit einem Team, bestehend aus Ärzten und Therapeuten, zusammenzuarbeiten. Die Funktionsdiagnostik 1 konzentriert sich hierbei auf die Grundlagenlehre, die untere Extremität und das Becken. Aufbauend auf Funktionsdiagnostik 1 beschäftigt sich die Funktionsdiagnostik 2 mit der Befunderhebung der Wirbelsäule und oberen Extremität.

Sport-Rheumatologie
Kennzeichnend für rheumatische Erkrankungen sind mitunter Störungen im Bereich des Haltungs- und Bewegungsapparates. Aufgrund der chronischen Krankheitsbilder der Rheumatologie ist eine sorgsame Bewegungs- und Trainingstherapie erforderlich, die den Betroffenen ermöglicht, ihre Mobilität und Lebensqualität in Alltag und Beruf zu erhöhen. Zum rheumatischen Formenkreis zählt eine Vielzahl von Krankheitsbildern, wie z.B. rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie oder Gicht. Die chronischen Symptomatiken haben tiefgreifende Auswirkungen auf das Empfinden der Betroffenen und gehen oft mit Schmerzen und Entzündungen einher, was Schonung und Minderbewegung der Patienten zur Folge hat. Dies wiederum kann zur Verschlechterung der Krankheitsbilder führen, ein Teufelskreis entsteht. Der Unterricht vermittelt kennzeichnende Merkmale der einzelnen Krankheitsbilder und zu welchen Zeitpunkten für die Betroffenen Schonung notwendig und Bewegung empfehlenswert ist. Hierbei muss die Bewegung spezifisch auf die Besonderheiten der jeweiligen Problematik abgestimmt sein.

Motorische Testverfahren
Ziel der motorischen Testverfahren ist die Erfassung des aktuellen Leistungsstandes der getesteten Person oder Gruppe. Dies ist im Rahmen der sporttherapeutischen Betreuung ein wichtiges Beurteilungskriterium, um daraus Leistungen bestimmen zu können und Trainingsmaßnahmen abzuleiten. Testverfahren müssen hierbei jederzeit den klassischen Hauptgütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) entsprechen. Im Rahmen dieses Unterrichtes werden zum einen klassische motorische Tests vorgestellt, die effektiv in Gruppen oder im Rahmen eines Personal Trainings angewandt werden können. Zum anderen werden komplexere Analyseverfahren wie Laktatleistungsdiagnostik, Elektromyographie oder Isokinetik vermittelt. Die praktische Erarbeitung und Durchführung verschiedener Testverfahren sind vervollständigende Inhalte des Unterrichtsfaches.

Sporttraumatologie
Die Sporttraumatologie beschäftigt sich mit Verletzungen und Schmerzen, die durch Sport entstehen können. Die Unterrichtsinhalte reichen von akuten Sportverletzungen (Meniskusriss, Schultergelenkluxation, etc.) bis hin zu chronischen Überlastungszuständen (Patella-Spitzen-Syndrom, Tennisellbogen, etc.). Ziel ist, akute Sportverletzungen beurteilen zu können und Handlungsmaßnahmen abzuleiten, um eine bestmögliche Prävention und/oder Rehabilitation zu ermöglichen. Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei die Betrachtung der betroffenen Struktur und der spezifischen physiologischen Wundheilungssituation unterschiedlicher Gewebearten.

Biomechanik
Die Biomechanik des Bewegungsapparates des Menschen zeigt die enge Verknüpfung von Biologie und Mechanik auf. In unserem täglichen Leben sind wir ständig mit Fragen der Biomechanik konfrontiert und lösen diese meist ohne Schwierigkeiten. Derartige Beispiele führen zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Stoff dieses Faches und zu einer funktionellen Denkweise, insbesondere in der Analyse von Bewegungen.

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