Theoretische Ausbildung / Sport / Sporttherapie

Physiologie
Die Physiologie will erfassen und verstehen, wie der Körper funktioniert, warum das Blut durch den Körper fließt oder wie sich ein Muskel kontrahiert. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Themen Zelle, elektrische Erregung, Erregungsübertragung, Muskel, Willkürmotorik, Reflexe, Herz und Blutkreislauf.

Biomechanik
Die Biomechanik des Bewegungsapparates des Menschen zeigt die enge Verknüpfung von Biologie und Mechanik auf. In unserem täglichen Leben sind wir ständig mit Fragen der Biomechanik konfrontiert und lösen diese meist ohne Schwierigkeiten. Derartige Beispiele führen zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Stoff dieses Faches und zu einer funktionellen Denkweise, insbesondere in der Analyse von Bewegungen.

Sportmedizin
In der Vorlesung Sportmedizin werden die für spätere Tätigkeitsgebiete wichtigen Themen behandelt. Dazu zählt im vierten Semester das Thema Kind und Sport, Frau und Sport sowie Alter und Sport. Für die praktische Tätigkeit des Sport- und Gymnastiklehrers/Physiotherapeuten bedarf es - aufgrund der anatomischen, physiologischen und z.T. konstitutionellen Besonderheiten - eines breitgefächerten Hintergrundwissens für diese Personengruppen. Im fünften Semester werden die beiden komplexeren Systeme Immunsystem sowie Endokrines System besprochen, deren Beeinflussung durch Sport respektive der Einfluss sportlicher Aktivität auf diese System dargestellt.

Sportmedizinisches Seminar
Die Schüler vertiefen ihre bisherigen Kenntnisse, indem sie eigenständig ein Thema bearbeiten und digital präsentieren lernen. Aktuelle Themen mit Aufforderungscharakter wie z.B. Muskelkater, Muskeldehnung oder Tauchmedizin, unterstützen sie im Kompetenzerwerb.

Psychologie 1
Psychologie ist die Wissenschaft vom Verhalten und Erleben des Menschen. In den Grundlagen befassen wir uns mit dem Prozess des Wahrnehmens mit dem Verhalten sowie mit psychischen Funktionen Gedächtnis und Intelligenz. Die psychischen Kräfte Emotion und Motivation leiten über zu Themen der Sportpsychologie:
- Erfolgs- und Misserfolgsmechanismus
- Angst und Angstkontrolle im Sport
- Mentales Training

Psychologie 2
Psychische Störungen und Erkrankungen sind in der Bevölkerung in den vergangenen Jahren dramatisch angestiegen. Im Zentrum des Unterrichts steht die Klinische Psychologie. An Fallbeispielen werden Krankheitsbilder wie Depression, Schizophrenie, Persönlichkeits-störungen sowie Angst- und Zwangserkrankungen besprochen. In Kleingruppen erarbeiten die SuS Referate zu diesen Themen.

Didaktik
Kenntnisse in Didaktik & Methodik sind für jede Lehrtätigkeit Basis. Im 1. Semester geht es um das grundlegende Verständnis für den Didaktik- und Sportbegriff (Aufgaben; Funktion). Wir betrachten allgemeine und spezielle Aspekte der Planung, Durchführung und Auswertung des Schulsports ebenso wie den außerschulischen Sport. Die Rolle des Lehrenden sowie der Wandel von Sportunterrichtskonzepten sind weitere Themen des ersten Semesters.
Das „Wie“ des Unterrichtens stellt den Hauptinhalt des zweiten Semesters dar: verbale, visuelle und akustische und praktische methodische Maßnahmen werden in verschiedenen Sportarten und Disziplinen erläutert. Spiel- und Übungsreihen sowie Gerätelandschaften nehmen Raum im Unterricht ein.

Bewegungslehre
Die Vorlesung Bewegungslehre beschäftigt sich inhaltlich im ersten Semester mit der motorischen Entwicklung des Menschen von der Geburt bis zum 18./19. Lebensjahr. Die Entwicklung sportmotorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die körperliche Entwicklung als Voraussetzung dafür werden beleuchtet.
Im zweiten Semester werden allgemeine Grundlagen der Bewegungslehre besprochen, mit nachfolgend zwei für die Praxis wichtigen Schwerpunkten: der Bewegungskoordination und dem motorischen Lernen. Letzteres ist für eine praktische Tätigkeit eines Sport- und Gymnastiklehrers/Physiotherapeuten notwendige Voraussetzung.

Sportgeschichte
Sportgeschichte bildet den Hintergrund für alle neueren Theorien und Praktiken des Sports. Entweder bauen sie auf alten Systemen auf (z.B. Turnen) oder sie versuchen sich von früheren Modellen abzuheben. Deshalb ist die Kenntnis historischer Theorien und Handlungsweisen unabdingbar, auch für eine moderne Sportausbildung. Die gesellschaftliche Bedingtheit verschiedener Arten des Sporttreibens soll erfasst werden und ihre Verbindung zu politischen Herrschaftssystemen (z.B. Nationalsozialismus) und gesellschaftlichen Normen erkannt werden (z.B. bei der Entstehung des modernen Sports in England). Neuere Entwicklungen des Sports wie die Kommerzialisierung oder das Dopingproblem stellen eine Verbindung zur gegenwärtigen Sportkultur her.

Kommunikation
Watzlawicks Zitat „Man kann nicht nicht kommunizieren!“ wird im Verlauf des Unterrichts verständlich. Es werden Grundlagen der Kommunikationstheorien von Schulz von Thun; Watzlawick und Rogers sehr praxisnah in Kleingruppen und Rollenspielen vermittelt. Neben der Bedeutung der verbalen Kommunikation in verschiedenen beruflichen Situationen wird der nonverbalen Kommunikation ebenfalls Beachtung geschenkt. Hierfür dienen auch die sog. Kleinen Spiele sowie erlebnispädagogische Inhalte.

Trainingslehre
Trainingslehre ist eines der wichtigsten Grundlagenfächer jeder Sportausbildung und wird am Berufskolleg 4 Semester lang gelehrt. Was ist Training überhaupt, wie muss trainiert werden, welche relevanten Belastungskomponenten kann man identifizieren, sind Fragen, die im 1. Semester beantwortet werden. In den folgenden Semestern geht es um die relevanten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Ausdauer- und Krafttraining, z.B. welche gesundheitlichen Auswirkungen ein richtig gestaltetes Training hat. Im letzten Semester wird u.a. über neuere Erkenntnisse zum Dehnen referiert. In den ersten beiden Semestern erfolgt eine kurze schriftliche Prüfung, am Ende der Ausbildung wird das Fach sowohl schriftlich als auch mündlich geprüft.

Rehabilitative Trainingslehre
Die Vorlesung Rehabilitative Trainingslehre im zweiten und dritten Semester der Ausbildung basiert auf der Allgemeinen Trainingslehre und vermittelt Grundlagenkenntnisse über die Grundlagen, Planung, Durchführung und Auswertung von Trainingsprozessen allgemein. Flankiert werden diese Kenntnisse durch Abwandlung auf Menschen im Bereich der Prävention und Rehabilitation, d.h. der Vermittlung einer speziellen Trainingslehre für die Arbeit mit Patientengruppen. Ausgehend von den allgemein gültigen Trainingslehre-kenntnissen wird immer wieder der Bezug zur Therapie gesucht und dargestellt

Medizinische Trainingstherapie ( Ralph Sanwald)

„Die medizinische Trainingstherapie (MTT) ist der Einsatz von Methoden und Elementen aus dem Bereich des sportlichen Trainings zur planmäßigen Rehabilitation und Prävention. Wissenschaftliche Grundlagen sind hierfür die Funktionelle Anatomie, Trainings- und Bewegungslehre, Biomechanik und -kinetik, Physiologie und Pathologie.“ (Hans-Ulrich Nepper) Wesentliche Kernelemente der Medizinischen Trainingstherapie sind hierbei:
- ADL-Analyse (Activity of daily life)
- Patienten-Coaching
- Krafttraining
- Ausdauertraining
- Dehnungs- und Beweglichkeitstraining
- Koordinationstraining
Die MTT ist zum einen ein bedeutsamer Bestandteil der Rehabilitation zur physiologischen Wiederherstellung von Defiziten, die durch Erkrankungen und Verletzungen des Halte- und Bewegungsapparats aufgetreten sind. Zum anderen wird im Sinne der Prävention gezielt Überlastungen und Fehlbelastung vorgebeugt. Basierend auf einer Diagnose wird das indikationsspezifische rehabilitative Training geplant, betreut und gesteuert. Die MTT hat das Ziel, Bewegungsmuster zu optimieren und funktionelle Bewegungsketten zu harmonisieren. Dies ist nur durch ein methodisches und komplexes Training möglich, das stets die alltägliche Belastung des Patienten berücksichtigt. Die Unterrichtsfächer Medizinische Trainingstherapie 2 und 3 thematisieren konkret unterschiedliche orthopädische Indikationen der unteren und oberen Extremitäten, sowie des Rumpfes.

Medizinische Trainingstherapie
(Dr. Stefan Krause)
Die Medizinische Trainingstherapie I stellt eine Einführungsveranstaltung in den gesamten Bereich der Orthopädie/Traumatologie dar und basiert auf einem abgeänderten Lehr-/Lernverfahren, dem Problemorientierten Lernen. Die Schüler erarbeiten anhand von konkreten Fallbeispielen aus der Praxis die Anatomie, Physiologie, Biomechanik, Pathophysiologie und Therapie ausgewählter Krankheitsbilder und müssen diese in Form von Powerpoint-Präsentationen am Ende des Semesters ihren Mitschülern vorstellen. Im Vordergrund steht hier das fächerübergreifende Arbeiten an einem „Problem“ aus der alltäglichen Praxis von Sporttherapeuten aus der Orthopädie/Traumatologie.

Grundlagen der Sportlerernährung
Eine vollwertige Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit. Im Unterricht werden die Grundlagen der vollwertigen Ernährung sowie die speziellen Ernährungsbedürfnisse von Breiten- und Leistungssportlern erlernt. Hierbei wird auf die Nährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett eingegangen sowie auf den Bedarf von Vitaminen und Mineralstoffen. Weitere Inhalte sind der Wasserhaushalt und die Flüssigkeitsaufnahme. Außerdem wird die Sportphasen spezifische Ernährung (Basisernährung, Wettkampf- und Regenerationskost) erarbeitet.

Ernährung bei Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen
Häufige Ursache für Übergewicht und verschiedene Stoffwechselerkrankungen ist ein ungünstiger Lebensstil der Patienten. Durch Sporttherapie und Ernährungsumstellung können die Beschwerden behandelt werden. Im Unterricht werden die Ernährungsempfehlungen bei Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus 2, Osteoporose, Gicht und rheumatischen Erkrankungen erarbeitet.

Medical Qigong
Das Medical Qigong nimmt aufgrund der Mischung aus theoretischem Unterricht und praktischer Ausbildung eine Sonderstellung ein. Der wachsenden Bedeutung der Traditionellen Chinesischen Medizin folgend werden in der Theorie allgemeine Grundlagen der TCM sowie des Daoyin Yangsheng Gong (DYYSG) vermittelt. Das DYYSG ist das einzige Qigong-System, dass 1996 in das nationale Gesundheitsprogramm der Volksrepublik China aufgenommen wurde. Im ersten und dritten Semester haben alle Schüler Regelunterricht in diesem Fach und können fakultativ im 4. oder 5. Semester zusätzlich ihre Fähigkeiten vertiefen und mit einer Prüfung abschließen. Damit sind sie qualifiziert Basisformen des DYYSG an ihrem späteren Arbeitsplatz zu vermitteln.

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